In Class Peer Training Programm von 02.12.-10.12.2024

Vorbereitung

Nach Zusage der Leiterin des GLC, Jacqueline Rogler, hatte ich in Vorbereitung auf das In Class Peer Training Programm mehrere Absprachen mit der Koordinatorin, Luisa Pieri, um den geeigneten Zeitraum festzulegen und später auch in die Detailplanung zu gehen.

Da ich schon in Jahre 2020 (online) und im Jahre 2022 am Flying Faculty Programm (kollegiale Hospitation) und 2023 als Referentin an zwei Fortbildungsveranstaltungen an der GJU tätig sein durfte, konnte ich bei der Vorbereitung auf schon vorhandene Erfahrungen (Jordan Pass, Hotel usw.) zurückgreifen. Auch die vom International Office zur Verfügung gestellten Dokumente halfen sehr gut vorab.

Luisa Pieri schickte mir auch zeitnah vor der Abreise den konkreten Plan für den Aufenthalt. In einem Online-Treffen am 02.12.2024 konnten wir uns dann schon kennenlernen und einige Absprachen über den Verlauf treffen. Die erste Begegnung fand gemeinsam mit Luisa Pieri und den drei Lehrkräften statt:

  • Lamia Azhari: aus dem Sudan, sie hat vorher am Goethe-Institut in Khartoum und Alexandria gearbeitet, zudem hat sie ihr Master-Studium an der GJU absolviert.

 

  • Osman Babien: auch aus dem Sudan, er hat unter anderem an der Universität in Khartoum etliche Jahre unterrichtet und arbeitet auch als Übersetzter.

 

  • Elaf Alnajafi: sie kommt aus dem Irak und hat dort an der Universität unterrichtet, zudem hat sie auch ihr Master-Studium an der GJU absolviert.   

Von Anfang an entgegneten mir die Lehrkräfte mit einer sehr großen Offenheit, Bereitschaft für ein gemeinsames Arbeiten und konstruktivem Austausch. Dies blieb auch während der gesamten Zeit stetig und sehr gut erhalten.

 

Aufenthalt

Das Programm, bzw. der Unterricht fand täglich von 8:30-12:45 Uhr in je drei 75-minütigen Einheiten mit zwei 15-minütigen Pausen zum Raumwechsel statt.

Da der Unterricht nach dem vorgegebenen Stoffverteilungsplan lief, befanden sich die Lehrkräfte in Kapitel 11 des eingesetzten Lehrwerks Momente (Hueber Verlag) der Teilniveaustufe A1.1.

Am 03.12, dem ersten Unterrichtstag, stelle ich mich den Klassen vor und hospitierte in den jeweiligen Unterrichten. An den Nachmittagen traf ich generell die Lehrkräfte immer einzeln zum Austausch und Absprachen der Planung des nächsten Tages.

Zudem fand ein herzliches Begrüßungstreffen mit Jaqueline Rogler und kurzes Feedback des ersten Tages statt.

Im Verlauf befanden sich die Klassen relativ am Ende der Lektion 11 und es stand die Einführung des Perfekts mit „haben“ im Vordergrund.

Am 04.12. wurde die Lektion weitergeführt und ich brachte ein Spiel aus der Theaterpädagogik ein („Jenny, was machst du gerade?“/ „Jenny, was hast du gestern gemacht?“), bei dem die zu nennende Tätigkeit vorher von einer in der Mitte eines Kreise stehenden Person gemacht wurde, dann aber erst von der nächsten Person in der Antwort genannt wird, die schon die nächste Aktion in Bewegung zeigt. Das Spiel wurde mit einem aktiven und kooperativen Tafelanschrieb von Tätigkeiten vorentlastet.

Da die A1.1 Teilniveaustufe am Donnerstag keinen Unterricht hat, konnte ich am 05.12.2024 den Vize-Präsidenten, Prof. Dr. Reiner Finkeldey, für einen Austausch treffen. Zudem besuchte ich für ein weiteres Austauschgespräch das International Office und traf Humda Qamar, die stellvertretende Leiterin. Kurz konnte ich auch Dr. Jennifer Gronau begegnen, der Leiterin des International Office.

Nach dem Wochenende, am 08.12. übernahm ich – wie vorab abgesprochen – die Vorbereitung eines Lesetextes mit anschließenden globalen Lesen bis zu selektivem Lesen im zweiten Schritt (Lektion 12). Hier stand im Vordergrund mehr Dynamik und Perspektivenwechsel der Lernenden in das Unterrichtsgeschehen zu bringen. Der gegenseitige und individuelle Austausch fand auch diesmal wieder am Nachmittag statt.

Am letzten Tag, dem 09.12., versuchte ich durch das Einbringen eines Liedes  („Perfekt mit dir“ von der Munich Supercrew) mit Didaktisierung zum Perfekt mit haben und sein (und Präteritum von haben und sein, das ansteht im Lektionsverlauf in Lektion 12) eine Möglichkeit aufzuzeigen, das Lehrwerk auch bewusst zu verlassen und wollte die Lehrkräfte dazu ermutigen, dies immer wieder bei passendendem Verlauf zu wagen.

Ein Abschlussaustausch fand wieder am Nachmittag statt.

 

Beobachtung

Die Rahmenbedingungen, bzw. die Kursräume der drei Klassen sind etwas unterschiedlich und deshalb waren die  Stühle nur in verschiedenen Anordnungen stellbar. Generell gab ich den Tipp, die Studierenden weiter nach vorn zu bringen und noch Möglichkeit Licht in den Raum zu lassen.

Das Verhältnis der Lehrkräfte zu den Studierenden war in allen Klassen sehr vertrauensvoll und sie meisterten einen guten Spagat zwischen großer Herzlichkeit, aber auch Zurechtweisung bei Überschreitungen (z.B. Verspätung, fehlende Hausaufgaben).

Alle drei Lehrkräfte hatten einen sehr guten Medieneinsatz und nutzen auch Mehrsprachigkeit im Unterricht. Wie sehr oft war der eigene Redeanteil noch etwas zu  hoch und ich wies sie darauf hin, was im Verlauf der Tage auch umgesetzt wurde. Da ein verstärkter Medieneinsatz oft zu einer vermehrten Frontalität führt, thematisierte ich dies auch in den Austauschgesprächen, was von den Lehrkräften sehr gut angenommen wurde und auch Umsetzung im Unterricht fand.

Zudem zeigte ich Möglichkeiten auf, kooperatives Lernen in verschiedenen Sozialformen in den Unterricht einzubringen und somit die Lernenden noch mehr in den Vordergrund zu stellen, da die Gruppendynamiken unterschiedlich und veränderbar sind.

Im Lektionsverlauf gab es wenige Hörtexte und ich wies darauf hin, auch externe Texte zu nutzen, da die nicht-produktive Fertigkeit Hören oft in Prüfungsergebnissen schwächer ausfällt.

Insgesamt konnte ich selbst in den drei Klassen sehr viel lernen und mich auch weiterentwickeln, was ich als große Bereicherung sehe.

Im Abschlussgespräch mit Jacqueline Rogler konnte ich meine Erfahrungen und Beobachtungen darlegen und es fand ein sehr konstruktiver Austausch statt.

 

Interkulturelle Begegnungen

Über den Unterricht hinaus, konnte ich wieder sehr viele neue Erfahrungen sammeln und bin sehr respektvollen Personen begegnet. Einer der Studierenden hatte auch angeboten, mir einen Teil von Amman aus seiner Sicht zu zeigen und wir verbrachten einige Stunden auf den Straßen Ammans – eine sehr beeindruckende interkulturelle Begegnung.

 

Danksagung

Ich möchte mich sehr für die Möglichkeit bedanken, dass ich auch in diesem Jahr als Flying Faculty tätig sein konnte. Ein großer Dank geht vor allem an Jacqueline Rogler und Luisa Pieri, die mich immer sehr unterstützen.

 

Gez.

Jennifer M. Swanda

Tamm, den 16.12.2024